2016: Leverkusener Denkmäler zum Thema "Gemeinsam Denkmale erhalten"

Nachfolgende Leverkusener Denkmäler wurden zum Thema "Gemeinsam Denkmale erhalten" vorgestellt.

 

Kurzbeschreibung der offenen Denkmäler

Schule Im Hederichsfeld - Opladen
Die Historie der Schule Im Hederichsfeld beginnt mit der Gründung des "Opladener Schulvereins e.V." im Februar 1906. Vereinsziel war die Gründung einer "Paritätischen höheren Knabenschule" in Ergänzung zu dem bereits seit 1850 bestehenden humanistisch geprägten Erzbischöflichen Aloysianums. Der starke Bevölkerungszuzug nach Opladen zu Beginn des 20. Jahrhunderts infolge der Errichtung des Ausbesserungswerkes erforderte auch den Ausbau der Bildungseinrichtungen. Der Landrat Dr. Adolf Lucas förderte ideell und finanziell die Errichtung eines neuen Schulgebäudes, für das 1910 ein Architektenwettbewerb von der Stadt Opladen ausgeschrieben wurde. Mit ihrem Entwurf im „Bergischen Barock“ gewann diesen die Bürogemeinschaft Professor Peter Klotzbach (Barmen), Paul Flieter (Velbert) und Karl Blattner (Frankfurt/M.). Opladens erster Monumentalbau wurde am 01.02.1913 eröffnet. Am Übergang zwischen der Opladener Alt- zur Neustadt gelegen hatte diese Schule den Unterrichtsschwerpunkt auf Naturwissenschaften und moderne Sprachen gelegt. 1956 wurde das „Reformrealgymnasium mit Realschule“ zu Ehren seines früheren Förderers in „Landrat-Lucas-Schule“ umbenannt. 1976 zog das gleichnamige Gymnasium aus, ab 1979 folgte diesem die Katholische Hauptschule Im Hederichsfeld.

Hemmelrather Hof – Manfort – Am Hemmelrather Hof 1
Die schon im Urkataster von 1829 dargestellte Hofanlage wurde bis zu seiner letzten großen baulichen Veränderung, dem Abriß der mächtigen Fachwerkscheune in den 1950er Jahren, vielfach umgestaltet. Nach der Aufgabe der Landwirtschaft erfolgte 1996 der Erwerb des Areals in Zusammenhang mit dem Gelände des ehem. Walzwerks Theodor Wuppermann durch die Landesentwicklungsgesellschaft. Nach jahrelangem Lehrstand und Zerstörung vieler originaler Bauteile fand sich im Garten- und Landschaftsbau L. Fleischer 2007 endlich ein Käufer, der dem Hof unter denkmalpflegerischen Sanierungsaspekten eine sinnvolle Nutzung gab.

Kath. Kirche Herz Jesu – Wiesdorf – Marktplatz 1
Der Langenfelder Architekt Bernhard Rotterdam zeichnet verantwortlich für das 1928-30 entstandene Ensemble Herz-Jesu – bestehend aus großer Hallenkirche, Pfarrhaus sowie Pfarr- und Jugendheim zwischen Hauptstraße und Wiesdorfer Marktplatz.
1949 entstanden zunächst die eingeschossigen Ladenbauten, 1958 ein Ersatzbau für das kriegszerstörte Jugendheim mit den neuen Inhalten Ladelokale, Kindergarten, Pfarrsaal mit Jugendräumen sowie einer Hausmeisterwohnung. Durch die Umstrukturierung der Kirchengemeinde ist aber gerade die ursprüngliche Nutzung dieses Gebäudes nicht mehr realisierbar, hier muß ein für die Zukunft tragfähiges Konzept für Neunutzungen im Kompromiß zwischen Denkmalpflege und Eigentümerinteressen gefunden werden.

Dampfspeicherlok PERSIL - Hitdorf
Die PERSIL wurde im Jahre 1911 vom Firmengründer Fritz Henkel als erste Lok des Stammwerkes Düsseldorf-Reisholz in Dienst gestellt. Die Normalspurlok wurde in der Düsseldorfer Lokomotivfabrik Hohenzollern hergestellt. Ihr feuerloser Antrieb war aufgrund der Explosionsgefahr im chemischen Werk eine technische Voraussetzung. Der zentral hergestellte Heißdampf wurde in den Druckbehälter gefüllt und stand als Antriebskraft für die Rangierfahrten zur Verfügung.
Nach Zwischenstationen in Viersen und Monheim-Blee wurde die PERSIL 1982 als Spielgerät in den Rheinauen der Hitdorfer Wiesenstraße aufgestellt und von 1992-96 unter Mitwirkung der Hans-Christian-Andersen-Grundschule, ortsansässiger Firmen und Vereinen als Denkmal restauriert.
Nachdem Mitarbeiter der Pensionärswerkstatt Henkel mit Unterstützung der Firma Paeschke und der Werkslogistik Henkel die PERSIL 2015 grundlegend instandgesetzt hatten, wurde die Lok als städtebaulicher Akzent am Hitdorfer Ortseingang aufgestellt.

Schiffssteganlage in der alten Wuppermündung - Rheindorf
Bereits seit dem Jahre 1775 ist eine Brückenverbindung über die Wupper als letzter Übergang vor ihrer Mündung nachweisbar. Aufgrund ihrer exponierten Lage und stetiger Rheinhochwässer wurde diese Querung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch eine Fährverbindung ersetzt. Die zügige Entwicklung der Industriestandorte, insbesondere des Bayerwerkes in Wiesdorf, erhöhten das Verkehrsaufkommen auf aber auch entlang des Rheines erheblich. Für die zahlreichen Arbeitspendler wurde 1920 eine erste Schiffsbrücke errichtet, die aus einzelnen Verbindungsstegen auf Tragbooten bestand. Aufgrund wiederkehrender Hochwasserschäden und Kriegsschäden wurde die stets modifizierte Anlage in den 1950er Jahren grundlegend überarbeitet. Drei sogenannte Plattbodenschiffe übernahmen die Tragfunktion auf dem Wasser: Eine Tjalk (Frachtschiff), ein Aalschokker (Fischereischiff) und ein Klipper (Transportschiff), die zuvor ausgemustert worden waren. Es entstand ein Ausflugspunkt zwischen Wiesdorf und Rheindorf, der infolge unterlassener Investitionen umfangreiche Rettungs- und Sanierungsmaßnahmen in den 1990er Jahren erforderlich machte. 1995 wurde der Förderverein Schiffsbrücke Wuppermündung e.V. gegründet, der im April 2014 die mit einem Café und Bistro ausgestatte Schiffsbrücke neu eröffnet hat.

St. Thomas Morus – Schlebusch – Alter Grenzweg 19
Die Kirche aus dem Jahr 1960 wurde vom Kölner Architekten E. Schiffer entworfen. Der Grundriß besteht aus ineinandergeschobenen Kreisen mit unterschiedlichen Durchmessern. Der moderne Backsteinbau mit Flachdach wird durch ebenfalls in diesem Material errichtete und frei stehende Pfarrhaus sowie das angebaute Pfarrheim mit Saal ergänzt.
Nach der Turmsanierung im Jahr 2015 brachen im Januar 2016 völlig unerwartet tragende Teile der hölzernen Dachkonstruktion und machten eine aufwendige Abstützung des gesamten Tragwerks, welches sich unter der abgehängten Holzdecke befand, notwendig. Ob eine Sanierung der Kirche weiterverfolgt wird, ist momentan in der Entscheidungsfindung des Erzbistums Köln.


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